Teapot Tuesday

Schon wieder ist eine Woche vergangen und der Sonntag ist da. Zeit zum Zurücklehnen und Ruhefinden. Deshalb sind Fran und ich im Haus geblieben während ein paar von uns unterwegs sind und San Gimignano erkunden. Es ist wunderbar ruhig hier. Ab und zu ein Knacksen vom Kamin, Vogelgezwitscher von außen, eine Böe Wind die das ganze Haus erzittern lässt. Sonst Stille. Tut das gut!

Wie immer bin ich erledigt. Aber zufrieden. Die letzte Woche ist überstanden. Und das trotz der Herausforderungen des vergangenen Dienstages, der uns wohl noch lange als Teapot Tuesday in Erinnerung bleiben wird.

Teapot Tuesday steht für einen Tag der Exzesse: zwischen 10 und 12 Stunden Studiozeit, Bier, Wein, salzige und süße Pizza. Alles nur deshalb, weil der sanftere unserer zwei Lehrer eine Woche nach Hause fahren musste, wir unserem Programm so richtig hinterher hinkten, und Teekannen einfach immer viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. So kam es also, dass wir erst im Laufe des Montags (also mit ca. einer Woche Verspätung) begannen, Teekannen zu machen… Und so kam es auch, dass Pietro am Dienstag aus heiterem Himmel beschloss, uns im Studio einzuschließen bis wir unsere Teekannen fertig gestellt hatten. Er bestellte Pizza und Bier/Wein,  kümmerte sich also um unseren Energie- und Heiterkeitshaushalt, und überließ uns dann unseren ästhetischen Überlegungen und Bemühungen.

Teekannen sind eine schwierige Angelegenheit. So viele Ecken, Winkel und Proportionen, die man in Betracht ziehen muss. Und funktionieren sollten sie auch noch. Wir verbrachten Stunden damit, Schnauzen zuzuschneiden, Henkel zu ziehen oder zu rollen, und das Ganze dann zusammenzusetzen. Wenn das Ergebniss schließlich weder einem Panzer, noch einer Ente glich, waren die meisten von uns schon ziemlich glücklich.

It’s Sunday again. Some of us are out exploring San Gimignano. But Fran and I have stayed back at the “P-house” (il Paretaio). Our home is quiet… Just a light crackling sound from the fireplace. Bird songs. And occasional gusts of wind hitting the side of our house and making it shiver with exhaustion. I am exhausted too. But happy. Satisfied. We made it through to Sunday. Last week held so many challenges I don’t even know where to start. The one struggle that perhaps encapsulates best the spirit of the past few days has gone into our collective memory as Teapot Tuesday.

In a way, Teapot Tuesday only happened because circumstances had aligned for this kind of ceramic excess: the gentler of our teachers had left for the week and we were struggling to follow Pietro’s instructions that were as changeable as the wind. On top of that, we were so far behind the program that even Pietro could not ignore it any longer. Indeed, we should have finished our teapots the week before when we were exploring lidded containers. But we hadn’t. In fact, we had not even started making teapots the week before. Instead, we started on Monday. And halfway through Tuesday Pietro decided that we HAD TO finish them the same day; that there was going to be beer and pizza and a lock-in. And that we would not get out of the studio until we had finished them all.

So this is how Teapot Tuesday came to be. It was a tiring but absolutely exciting day of trimming and assembling forms in the quest of a beautifully proportioned and functional teapot. In one of my earlier posts (“Die Teekanne meiner Großmutter”), I talked about the difficulties involved in making teapots. All of the things I said then still apply, even though I’ve gained a tremendous amount of skill and knowledge here. So we spent hours considering form and composition, carving away at our spouts, pulling handles, rolling lugs and sticking it all onto the bodies we had thrown the day before.

 

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On the board today: Teapots of different shapes
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Attaching spouts and handles. The moment of bringing it all together
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Considerations of form

Um 22:20 Uhr schlichen sich Fran und ich dann doch aus dem Studio. Wir waren nicht die Letzten, aber auch nicht die Ersten. Ich war todmüde, ein kleines bisschen beschwipst und vor allem froh. Denn auf einem Regalbrett in meiner Ecke standen vier Teekannen, die nur noch ein wenig mehr trocknen mussten, bevor sie in den Brennofen kämen. Und da sind sie jetzt. Nächste Woch werde ich sie mit ein wenig Farbe versehen und den Rest der Gestaltung dann dem Feuer und der Luft überlassen.

At 10:20 pm Fran and I were done for the day. Some of us stayed even later. But my whole body was aching, and I was a little bit tipsy and very satisfied. No reason to drag it out. After all, I had finished my task. All I had to do was wait for my teapots to dry before putting them in the bisque kiln. Which is where they are now. Next week I shall  add some color to them. And then let fire and air finish off the job for me.

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My little teapot gallery – still missing a bit of color and bamboo/reed handles, but the gist is there

Learning to let go

Am Vormittag, wenn Pietro uns in seine Mangel nimmt, geht es eigentlich hauptsächlich um eine solide Drehtechnik. Dachte ich. Faktisch geht es aber um viel mehr: Konzentration, Fokus und Durchhaltevermögen zum Beispiel. So ging es in den ersten zwei Wochen zwar vorrangig um das effiziente Drehen zylindrischer Formen (Becher für Glasurtests, Tassen, Krüge usw.), aber  gleichzeitig lernten wir einen ruhigen Kopf zu bewahren und uns nicht verunsichern zu lassen. Wenn kein Wirbelsturm im Kopf herrscht, dann bleiben die Hände nämlich auch viel ruhiger. Und wenn dann trotz relativ kontrollierter Handbewegungen etwas daneben geht, dann lässt sich das Gebilde nach einem tiefen Aus- und Einatmen vielleicht doch noch retten. Oder auch nicht. Und dann heißt es einfach noch einmal probieren. Und noch einmal. Übung macht den Meister! Oder so ähnlich… In unserer Werkstatt in La Meridiana wachsen wir Tag für Tag über uns hinaus, denn in jedem Augenblick werden wir dazu aufgefordert, unsere Grenzen zu erkennen, und  uns dann ganz stur und beständig dagegen zu stemmen bis sie laaaangsam ein kleines bisschen nachgeben und das Unmögliche plötzlich möglich, manchmal sogar einfach wird.

Aber Konzentration und Beständigkeit sind nicht die einzigen mentalen Tricks, die wir uns hier angeeignet haben. In der dritten Woche unseres Kurses kam Pietro eines morgens in die Werkstatt, drehte sich zweimal im Kreis und gab uns dann mit einem teuflischen Lächeln die Anweisung, unsere fertigen Tassen, Krüge und Schüsseln um knappe 70% zu reduzieren. Also zu recyclen. Pietro nannte diese Übung eine “Schulung unseres Sinnes für Ästhetik”. Wir wurden zuerst blass, dann entweder traurig oder zornig (je nach Temperament), und befolgten dann wie Schäfchen zur Schlachtbank ohne Widerstand seine Anweisungen.

Although Pietro’s classes primarily target technical skill in throwing, they have a way of training my mental strength too. In the course of the first two weeks, for example, throwing tasks aimed at exercising focus and persistence come what may. Matters of ‘the outside world’ had no place in the studio. This may sound a bit medieval,  but actually makes a lot of sense in the context of a potter’s wheel. Throwing requires a steady hand directed by a calm mind. Focus, then. Calm, steady breathing. No adrenaline rushes. If your bowl’s wobbling, don’t freak out. Stay collected, see if you can save it. And if not, and it slumps down on the wheel head unceremoniously, collapsing as your confidence evapourates, do NOT ever give up. Do it again. And again. Three’s the lucky charm! Or maybe six. Or twelve. A yoga class right there at the wheel… Working in the studio has been all about extending ourselves. Pushing against our limits hoping, and somehow knowing, that eventually they would budge, if only a little.

Week 3 held a new challenge. One morning Pietro waltzed into the studio, took a long look around, and decided it was time for us to part with roughly 70% of our products. Remember the three shelf boards full of mugs? Well… they didn’t make it. Instead they were turned into a drill for our ‘sense of aesthetics’ and we walked around asking our co-participants about their opinion on a certain form, a handle, a bottom. And then we threw them out. Mercilessly. But with a heavy heart. I’m still amazed at the fact that there was no mutiny, not even a hint of questioning. Just an obedient trashing of pots. Maybe it is because we understood how important learning to let go is if we want to grow as craftsmen, artists, and people.

 

One last goodbye
One last goodbye
Pietro mashing the discarded pots
Pietro mashing the discarded pots

Unser Gehorsam überrascht mich bis heute. Vielleicht war uns allen unterbewusst klar, dass Loslassen ein wichtiger Aspekt vieler Lernprozesse ist, und uns als Künstler, Handwerker und Menschen wachsen lässt. Vielleicht war es aber auch nur eine Art blindes Vertrauen in den großen Meister. Auf jeden Fall fühlte es sich nach dem ersten Schock so richtig gut an. Freiheit. Und endlich wieder Platz für Neues auf unseren Regalen.

Manchmal, wenn mir in Unterrichtssituationen solche Lernprozesse auffallen, mache ich mir Gedanken über die Parallelen zwischen dem Lernen in der Schule und im Leben. Wir hören nie auf loszulassen. Jede Veränderung im Leben ist eine Aufforderung uns von Menschen, Dingen und Situationen zu verabschieden und uns auf Neues einzulassen. Ich glaube nicht, dass mich das Verwerfen von Töpfen in irgendeiner Weise auf die großen Veränderungen im Leben, auf Verlust oder Verwirrung vorbereiten kann. Gleichzeitig denke ich aber, dass mein Leben einfacher ist, wenn ich mich von den Produkten meines Kunsthandwerks trennen kann. Wenn ich nicht in das Produkt, sondern den Prozess meines Schaffens verliebt bin. Denn im Prozess warten die Freude und Erfüllung, die mich jeden Tag stundenlang in der Werkstatt halten und mir  so manches Lächeln auf die Lippen zaubern.

This may sound very cliche, but I felt so good once my shelves were back to an almost empty state. I was lighter, de-cluttered, free… and ready to go back to production.

When challenges like that arise in a class context, a little thing I like to do is try and translate them into difficulties I may be facing in life outside the classroom.  Learning to let go is a lesson that I’m sure all of us have been struggling with. In a way, life is constant change, and change is a process involving the letting-go of one thing (loved ones, ideas and opinions,…) and the welcoming of another (new relationships, a new kind of understanding, a new job,…). And while throwing away a bunch of pots and making new ones is much, much easier than accepting change in real life, I still had to smile at this odd symmetry. In no way do I think that trashing pots will ever prepare me for moments of loss, or pain, or confusion. But I am inclined to believe that not becoming too attached to the product of my craft might make life a whole lot easier. And that it might shift the focus away from the product, towards the process. And that is where I think learning, and growth, and joy reside.

Tired but happy participants taking a selfie during a demo in class
Tired but happy participants taking a selfie during class

Exploring cylindrical shapes and getting a grip on handles

Alle sind sie unterwegs und ich sitze im Paretaio, unserem großen einsamen Bauernhaus, und schreibe meinen Blogeintrag. Mein selbst verordneter Aussetzer ist 20% Faulheit und 80% Weitblick… sag ich mir zumindest. Ich hab nach zwei Wochen wunderbar harter Arbeit nämlich doch die Verkühlung eingefangen, die in unserer Gruppe die Runde gegangen ist. Und weil die kommende Woche zweifellos fordernd sein wird, mach ich heute Pause. Sollen die anderen nach einem mysteriösen Kaolinvorkommen nahe Siena suchen… Ich genieß die Ruhe um die vergangenen Tage Revue passieren zu lassen, ein bisschen Tee zu trinken, und gemächlich in den Hügeln spazieren zu gehen.

Die zweite Woche unseres On Centre Kurses wartete mit großen Herausforderungen auf. Endlich durften wir von komplett geraden zu abgewandelten Zylindern übergehen. Diese hatten aber so einige Bedingungen zu erfüllen: es sollten ästhetisch ansprechende, funktionale und möglichst identische Tassen und Krüge werden. Wer an Zahlen interessiert ist, findet diese rechterhand im englischen Text (die Faulheit greift heute wirklich durch).

Identische Formen sind dann wichtig, wenn wir Sets herstellen wollen, z.B. passende Tassen für Frühstücksgeschirr. Dabei wird zuerst ein Prototyp oder eine Vorlage entwickelt, deren Maße dann genommen und so oft und genau wie notwendig reproduziert werden. Mich stresst so etwas. Und deshalb haben die Übungen dieser letzten Woche nicht nur meine Disziplin geschult, sondern vor allem auch meine Nerven. Ein Versuch nach dem anderen half mir dabei, trotz dem Stressfaktor “Genauigkeit”, Ruhe zu bewahren, methodisch und effizient vorzugehen…  und wenn ich es vergaß, dann gab es eine Rüge von unserem Lehrer Pietro Maddalena, der Effizienz und Bestimmtheit beim Drehen so wichtig findet, dass sie Teil seiner persönlichen zehn Gebote bilden und inzwischen als solche ausformuliert auf unserer Studiowand hängen.

Als wäre das Wiederholen von Formen nicht stressig genug gewesen, lernten wir am Donnerstag dann auch noch, wie man die schönste Tasse ruinieren kann: mit einem missglückten Henkel. Noch mehr Gedulds-und Nerventraining. Aber es zahlt sich aus. Ich fühl mich noch nicht so richtig wohl mit der Herstellungstechnik für Henkel, die uns Pietro beigebracht hat. Aber inzwischen sind die Ergebnisse passabel. Und ich hab mein ganzes Leben lang Zeit, sie zu perfektionieren…

Week 2 is over, everyone is out digging for a mysterious source of kaolin somewhere south of Siena, and I’m stuck here in Il Paretaio (our big house) with a bit of a cold. Nothing serious, the usual, really, but because week 3 certainly won’t get any less challenging than the previous weeks, I’ve decided to give my mind and body the break they deserve and to take this time to reflect on the past few days.

Week 2 started with a somewhat daunting task: 3 designs and a total of 36 repeat-thrown mugs (that is 12 mugs of each design) + 24 repeat-thrown jugs (I don’t even remember of how many designs). Slightly intimidated, we set out on our quest for form, function and repetition. The idea was to create visually inviting and functionally sound forms, in other words the kind of mugs that we’d find in the sink and not in the shelf (thanks for this image, Nazim).

Repeat-throwing to me is a funny thing. Somehow, the template (the form I aim to copy) always ends up seeming a bit tall, really thin-walled, impossible to reproduce. As a consequence, the gauge that is set to this template always has a way of freaking me out. In a way, this week of repeat throwing was an exercise not only of discipline, but also of a calm and steady mind. While my instinctive reaction was to get so stressed out by the gauge that I’d forget to go about throwing in a natural and relaxed way, our task for week two was aimed at just that: getting into a rhythm, cutting down on unnecessary movements. In fact, our throwing teacher Pietro Maddalena felt so passionate about this that he started drafting his own 10 commandments on the studio wall. We’re up to number 3 I think, and I don’t remember every one of them (shame on me!), but one of them reads “economy of movement”, and another “be assertive.”

What was even more nerve-wrecking than the throwing part, though, was the fact that we then had to attach handles to all of our near identical pots. The way of pulling handles we were taught on Thursday was completely new to me. It works by essentially attaching a little log of clay to the pot and then pulling it to shape on and from the pot. I’m not even going to go into any details here. Suffice it to say that the mumbling and grumbling in my little booth involved a LOT of swearing, sometimes muttered under my breath, other times quite audible to anyone that cared to listen. But after a lot of discarded practice mugs, the technique started getting a tiny bit easier… just enough to be doable. It hasn’t exactly grown on me yet. But I have a lifetime to work on this new relationship.

My work(place)
My work(place)
Week 2 - mugs
Repeat-thrown mugs
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Getting a grip on handles

On Centre – learning to design and make

Nach fast eineinhalb Monaten Töpferpause darf ich endlich wieder spielen. Diesmal nicht in Innsbruck oder Seto, sondern in einer idyllisch gelegenen Keramikschule in Certaldo, Italien. Insgesamt 12 Wochen lang werde ich hier gemeinsam mit einer bunt gemischten Gruppe von TöpferInnen lernen was das Zeug hält: Drehtechnik und -ästhetik, Tonzusammensetzung und – eigenschaften, Glasurdesign, Brenntechniken und vieles mehr.

In der vergangenen Woche war ich bereits so gefordert, dass ich am Abend nur noch ins Bett fallen wollte: Zwischen Montag und Samstag verbrachte ich ca. 45 Stunden im Studio, davon ungefähr 30 an der Scheibe, und die anderen mit rauchendem Kopf beim Engoben- und Tonmischen. Falls ihr euch nicht vorstellen könnt wie so etwas gehen könnte, dann geht es euch so wie mir vor einer Woche. Aber eigentlich ist es gar nicht soooo kompliziert. Vor allem unter John Colbecks geduldiger Anleitung.

I’m finally touching clay again! Not in my makeshift basement studio in Innsbruck, though, or in Japan, but at La Meridiana, a ceramics school in Tuscany. For 12 weeks I’ll be learning with an international group of students, assistants and teachers. During this time I’ll be working on my throwing technique and will also try to figure out clay and glaze design and mixing, as well as several firing modes.

Last week was full of great learning opportunities. Between Monday and Saturday I spent roughly 45 hours in the studio. Of these 45 hours, 30 were spent at the wheel, and the remaining time went into clay preparation, slip testing and clay body mixing. If these words mean nothing to you, then you are no different from last week’s ‘me’. Essentially, what we did was add color (oxides) to a sort of clay soup that is referred to as ‘slip’. Slip is used for decorating surfaces. We also tried mixing clay bodies from scratch. That is, of course, under John Colbeck’s expert supervision…

Playground for mixing clay bodies
Playground for mixing clay bodies
Drying out new clay bodies
Drying out new clay bodies
Slip tests
Slip tests
Cylinders for slip testing
Cylinders for slip testing
Wenn nicht im Studio, dann waren wir (die TeilnehmerInnen) entweder mit Füreinanderkochen oder Spazierengehen beschäftigt. Und weil es so schön ist und ich all diese tollen Farben und Kontraste in meine Keramik bringen will, hier ein paar Eindrücke von der Schule und ihrer Umgebung.

Because Tuscany is a place of superlatives (stunning landscapes, delicious food and wine, beautiful architecture), we (the participants) haven’t run out of things to do yet. We’ve been spending our free time cooking for each other or going on long walks.

Here are just a few impressions of the school and its surroundings.

La Meridiana - front view
La Meridiana – front view
Random sculptures at la Meridiana
Random sculptures at la Meridiana
Casa rossa
Casa rossa

Color and light
Color and light
Exploring
Exploring

Schon vorbei / last days in Seto

Die letzten paar Tage bin ich nachdenklich geworden. Das ist bei mir meistens so, wenn es sich so anfühlt als lief mir die Zeit davon. Fast ein Monat ist vergangen, seit ich hier im Kitagama Kasen ankam. Und länger darf ich nicht bleiben. Abschiede fallen mir manchmal ganz leicht (zum Beispiel von der Uni nach 6 Jahren Studium). Andere Male ist es schwieriger, fühlt es sich so an, als hätte ich noch nicht abgeschlossen, noch so viel zu lernen, zu tun, zu entdecken. Diesmal ist es so ein Abschied – einer mit Lust auf mehr.

Ich habe so viel gelernt in den letzten Wochen. Stundenlange Aufenthalte im Studio, das wir uns zeitweise zu siebt oder auch mit noch mehr Leuten teilten, haben mich gelehrt

  • jedem ein Ohr zu schenken, denn egal wie jung oder alt, laut oder leise, wir alle tragen Geschichten in uns – manche traurig, andere lustig – die erzählt werden wollen, und die mir auch bei wilden Nackenschmerzen und missglückten Tonprojekten ein Lächeln auf die Lippen zaubern oder einen Stich ins Herz setzen können – mich tief fühlen lassen.
  • respektvoll mit Ton umzugehen, auch wenn er tonnenweise herumliegt. Ton, wie so viele andere Rohstoffe, ist nicht unerschöpflich. Und außerdem zieht unsauberer oder gedankenloser Umgang mehr Wiederaufbereitungmit sich… und das ist ein laaaaaaaanger, anstrengender und etwas mühsamer Prozess.
  • dass es in der richtigen Gesellschaft weder sonderbar noch neurotisch ist, 10 Stunden an einer Vase herumzuschnitzen.

I’ve had a lot to think about these last few days. That’s something that tends to happen to me when I get the feeling that time’s passing too fast, running out, leaving me breathless in my attempt to squeeze in everything that I possibly could.

I’ve been here for almost a month now, and sadly a month is all I get. Saying goodbye, though sometimes an easy thing (like after six years at the same university), is difficult this time. I have gotten greedy. I want more.

Sharing this space for living and learning with sometimes seven, sometimes more, people, has taught me a lot. I’ve learned that

  • I tend to forget to listen to people, failing to recognize that we all have stories waiting to be told, stories that fill us up with emotion, make us laugh, bristle, smile or sometimes send a needle through our hearts. Stories that even have the power to magically make clay recycling and preparationpass quickly and without any pain.
  • clay, like so many other natural resources, is limited and is being used up in large amounts. In the Seto area that means that clays used by Sensei’s grandfather on a daily basis now no longer exist. I realize now that I need to treat clay respectfully and thoughtfully, even if there are literally tons of it lying around in the studio.
  • that in the right company, there is nothing odd or neurotic about carving away at a vase for ten hours and then only giving up because it got too hard to be manipulated properly…
Autumn tree vase - first layer
Autumn tree vase – first layer
Autumn tree vase - second layer
Autumn tree vase – second layer

Morgen reise ich nach Fukuoka weiter, um mich vier Wochen lang intensiv mit der japanischen Sprache und Kultur zu beschäftigen. Der Gedanke, ein Monat lang keinen Ton in den Händen zu halten fühlt sich fremd und sogar etwas beängstigend an. Während ich in Kyūshū in der Sprachschule sitzen oder mit meiner Gastmutter Nihonshū trinken werde, werden hier in Seto meine letzten Stücke gebrannt, verpackt und nach Österreich verschifft.

Weil das alles sicher lange dauern wird, glaube ich nicht, dass ihr eure Weihnachtsgeschenke dieses Jahr pünktlich bekommt. Aber dafür sollt ihr wissen, dass ich sie mit einem vollen Herzen, und dem Lächeln, das die Geschichten meiner MitstreiterInnen auf meine Lippen gezaubert haben, gemacht habe….

Tomorrow morning I’m leaving for Fukuoka, where I’ll be focusing on Japanese language and culture for four weeks before returning to Austria. Althiugh I am really looking forward to some linguistic immersion, I don’t really know how I feel about four weeks without touching clay. A bit lost, maybe? While I’ll be sitting in the language school or drinking Nihonshū with my host mother, my last pieces will be fired and packed up here at the Kasen, and then shipped to Austria, where they’ll hopefully arrive ‘in one piece.’

Because I suspect this will be a bit of a slow process, your Christmas presents may not reach you on time. But even if they only get to you late, maybe even in pieces, know that they were made with a full heart, drawing from all these beautiful people and stories that have sweetened my days here…

Process pic - bisqueware ready for glazing
Process pic – bisqueware ready for glazing